TU München auf der REConf 2009
Titel des Vortrags: Anforderungsanalyse: Von natürlichsprachlichen Texten zu Systemmodellen
Datum und Uhrzeit: Montag, 09. März 2009, 19:20 Uhr
Raum: ROM
Level: Fortgeschrittene
Abstract: Die überwiegende Menge der Anforderungen wird in natürlicher Sprache geschrieben. In der Praxis sind solche natürlichsprachlichen Dokumente meistens vage und enthalten viele Inkonsistenzen. Missverständnisse und Fehler aus der Requirements Engineering-Phase wirken sich in späteren Projektphasen aus und können potentiell zum Misserfolg des gesamten Projekts führen.
Das Ziel des präsentierten Ansatzes besteht darin, Schwächen des Anforderungsdokuments sichtbar zu machen, die sonst häufig überlesen werden. Insbesondere betrifft es folgende Schwächen:
- Nutzung des gleichen Worts für unterschiedliche Begriffe
- Nutzung unterschiedlicher Wörter für den gleichen Begriff
- Im Falle der Szenarios: keine explizite Spezifikation der Akteure,
die am Szenario beteiligt sind - Im Falle der Szenarios: vergessene oder unspezifizierte Aktionen
Im Vortrag werden Ansätze vorgestellt, die diese Arten von Dokumentschwächen dem Analysten präsentieren und bestimmte Schwächen auch automatisch korrigieren. Dadurch wird es dem Analysten möglich, sowohl die Dokumentenqualität zu beurteilen, als auch gezielte Rückfragen an den Experten für die Anwendungsdomäne zu formulieren.
Dr. Leonid Kof ist seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München, Fakultät für Informatik, Lehrstuhl „Software und Systems Engineering“. In der Lehre beschäftigt er sich sowohl mit dem generellen Thema Software Engineering, als auch speziell mit Requirements Engineering.
In der Forschung beschäftigt er sich mit Anwendungen der Computerlinguistik für die Analyse von Anforderungsdokumenten.
Dabei geht es um unterschiedliche Arten von Analysen:
- Extraktion und Klassifikation der domänenspezifischen Begriffe
- Extraktion des Systemverhaltens
- Analyse des unterspezifizierten Systemverhaltens
Das wichtigste Nebenergebnis der Analyse ist dabei, dass der menschliche Anforderungsanalyst die Schwächen des Dokuments zu sehen bekommt, die sonst häufig übersehen werden.




